RUBIN

Curriculum: Wie sind Unsere Care- und Casemanager Geschult?

Um einen hohen fachlichen Standard zu gewährleisten, sind alle Care- und Casemanager aus RubiN nach dem modularen GeriNurse-Curriculum ausgebildet. Dazu kooperieren wir mit dem GeriNet e.V., der als Ausbildungspartner in das Projekt eingebunden ist. Das interdisziplinäre Curriculum besteht aus Online- und Präsenzschulungen, die ein fundiertes theoretisches Verständnis und ein valides Vorgehen vermitteln. Von gesetzlichen Grundlagen bis hin zu Methoden der Risikoerfassung werden dabei alle Themen angesprochen, die im Alltag des Care- und Casemanagements relevant sind. Die Schulung endet mit einer schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfung. An den erfolgreichen Abschluss der Schulung schließt ein kontinuierliches Qualitätsmanagement in Form regelmäßiger Supervisionsgespräche an.

 

evaluation: Warum wird das Projekt wissenschaftlich analysiert?

Die wissenschaftliche Bewertung bzw. die Evaluation ist ein zentrales Element für den Erfolg des gesamten Projektes. Dies kommt nicht nur aufgrund der Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), dass vom Innovationsfonds geförderte Projekte umfassend zu evaluieren sind. Vielmehr geht es darum, zu überprüfen, welche Auswirkungen RubiN auf die Patientenversorgung hat. Zusätzlich wird ausgewertet, ob die formalen Projektziele erreicht wurden oder welche Gründe zu Abweichungen geführt haben. Dies ist insofern von Bedeutung, als dass der Innovationsfonds nicht nur die Förderung innovativer Projekte zum Ziel hat, sondern insbesondere diejenigen neuen Versorgungsmodelle entwickeln möchte, die einen relevanten Beitrag zur Weiterentwicklung des deutschen Gesundheitswesens leisten können. Die Evaluationsergebnisse können also einen direkten Beitrag dazu leisten, dass die im Projekt erprobte Versorgungsform zügig einen Eingang in die Regelversorgung (=von den gesetzlichen Krankenkassen regelhaft finanzierten Gesundheitsleistungen) findet. Das Ziel von RubiN ist, eine neue Versorgungsform aufzubauen und dies zunächst beispielhaft in den Modellregionen zu erproben. Durch die neu aufgebauten Strukturen und Prozesse soll die Qualität und Effizienz der Versorgung bzw. Behandlung messbar verbessert werden. Die Evaluation soll anhand fest definierter Kriterien nun zeigen, inwiefern diese Ziele erreicht werden und ob der zentrale Einsatz von Versorgungskoordinatorinnen im medizinischen Umfeld die Versorgung der Patienten/-innen tatsächlich verbessern kann.

Hintergrund:
Was ist Geriatrie?

Geriatrie bezeichnet einen mit dem höheren Lebensalter assoziierten Zustand. Aber nicht jeder ältere Mensch ist gleich ein geriatrischer Patient. Beim geriatrischen Patienten treten akute und chronische (Mehrfach-)Erkrankungen z.T. gleichzeitig auf und sind oft schwer von den „normalen“ physiologischen Altersprozessen zu unterscheiden. Funktionalitäten wie Gehen, Sehen oder Hören sind oft beeinträchtigt, wenn die Reserven des Körpers sich erschöpfen. Termindichte und Zeitmangel prägen den herkömmlichen Praxisablauf, in der die Situation vulnerabler Patienten kaum vollständig erfasst werden kann. Abstimmungen zwischen haus- und fachärztlichen Behandlungen erfolgen oft nicht systematisch, wichtige Behandlungsinformationen können so verloren gehen. Ziel von RubiN ist es deshalb, eine regional vernetzte Organisationsform zu entwickeln, in der nicht-ärztliche und ärztliche Spezialisten der Geriatrie in einem Versorgungsnetzwerk rechtssicher zusammenarbeiten können, um gezielt auf andere Versorgungsebenen – sektorübergreifend – hinzuwirken.

Hintergrund:
Was sind arztnetzwerke?

Arzt- oder Praxisnetze sind Zusammenschlüsse von niedergelassenen Ärzten verschiedener Fachrichtungen mit dem Anspruch, eine interdisziplinäre, kooperative, wohnortnahe ambulante medizinische Versorgung zu organisieren. Das Ziel der Netze ist die qualitativ bessere Versorgung der Patienten. Dabei können regional unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt werden. Mehr zu Arznetzwerken  erfahren Sie auf den Seiten des Dachverband Agentur Deutscher Arztnetze e.V.