Allgemein

Menschen hinter RubiN: Lukas Weiss

Einer der Schwerpunkt für eine erfolgreiche Projektumsetzung liegt in der Aufgabe unserer Ausbilder in RubiN. Einer von ihnen ist Lukas Weiss. Der Gesundheitspsychologe und Rettungssanitäter ist für das GeriNet Leipzig tätig und arbeitet im Projekt RubiN als Ausbilder, Supervisor und Coach. Seine Rollen reichen vom Zuhörer über „Fels in der Brandung“ bis hin zum Motivator und Lehrenden. Wir haben ihn gefragt, wie die Ausbildung konzipiert ist und welche Motivation sich hinter seiner Tätigkeit verbirgt.

Herr Weiss, wie läuft die Weiterbildung der Care- und Casemanager im Projekt RubiN ab und was ist dem Ausbilderteam dabei besonders wichtig?

Care- und Casemanager ausbilden klingt erst einmal einfach. Es ist aus wissenschaftlicher und inhaltlicher Sicht entsprechend der aktuellen Studienlage schnell erklärt. Die größte Herausforderung ist das Wissen um eine effizientere Versorgung und das Hinterherhinken der Strukturen und Prozesse im Gesundheitswesen. Daher war meine Aufgabe, die regionalen Versorgungslücken zu erkennen und den Absolvent*innen Schritt für Schritt das richtige Handwerkszeug, die gefüllten Notfallkoffer, je nach Lernphase und Region zur Verfügung zu stellen.

Grundsätzlich gliedert sich unsere Fort- und Weiterbildung in drei Teile. Wir starten, aufgrund von Mittelkürzungen im Innovationsfondsprojekt, mit einer Online-Schulung an die sich anschließend eine einwöchige Theorie-Praxis-Einheit vor Ort anschließt. Da wir innerhalb der Bildungsmaßnahme das didaktische Prinzip des lebenslangen Lernens verfolgen haben wir uns beim Curriculum entschieden in Phase 3 die Auszubildenden zwei Jahre lang begleitend zu coachen. Uns ist hierbei zum einen natürlich das erlernte Fachwissen wichtig, aber auch die persönliche Entwicklung der Absolventen. Da die Aufgabe des Care und Case Managers stetig neue Herausforderungen mit sich bringen ist eine persönliche Weiterentwicklung zur Bewältigung der anfallenden Aufgaben entscheidend.

Nach der Grundausbildung folgt das Coaching. Was ist damit gemeint?

Richtig, in der 3. Phase der Ausbildung starten wir mit 220 Stunden Supervision und Coaching über zwei Jahre. Es wird zwischen Einzel- und Gruppensupervision unterschieden. Im Vordergrund der Einzeltermine stehen vor allem, wie eben bereits erwähnt, die Persönlichkeitsentwicklung und Reflexion des Lernprozesses. Hierbei lernen die Absolvent*innen ihre unterschiedlichen Rollen und deren Entwicklungsstufen kennen und schätzen. Ich als Coach darf den Prozess begleiten und freue mich über jede Lernstufe. Es ist eine spannende und herausfordernde Aufgabe in der Erwachsenenbildung den lebenslangen Lernprozess aufzuzeigen und sich mit den aktuellen Entwicklungen befassen zu dürfen. Die Gruppensupervision befasst sich mit der Aufarbeitung bestehender Fälle. Durch das Lernen und Reflektieren in der Gruppe mithilfe geeigneter Methoden, wie zum Beispiel der kollegialen Beratung lassen sich auch schwere Fälle strukturiert nacharbeiten, und durch die multiprofessionellen Teams vor Ort (Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Krankenschwester und Altenpfleger) bekommt man aus allen Fachgebieten ein gutes Feedback und Ideen für die weitere Versorgung.  

Des Weiteren werden sozialrechtliche Lücken und Fehlaussagen im Gesundheitssystem immer wieder deutlich, da eine standardisiertes assessmentgestütztes Casemanagement noch zu wenig Einzug in die aktuelle Versorgungslandschaft erhält.

Der GeriNet e.V. hat schon seit Jahren mit der Ausbildung ehrenamtlicher Helfer zu tun. Inwiefern baut der Lehrplan bei RubiN auf diesen Erfahrungen auf?

Die Entwicklung des Curriculums „GeriNurse“, ist eine stetige Entwicklung aus den Erfahrungen der letzten 7 Jahren gewesen. Schon 2013 haben wir mit der Entwicklung von unseren ehrenamtlichen Übungsleitern für Senioren (GeriNeTrainer) festgestellt, dass viele Senioren nicht umfangreich genug versorgt sind bzw., dass viele nicht wissen, welche Leistungen Ihnen im Gesundheitssystem zur Verfügung stehen. Daraufhin haben wir in den folgenden Jahren ein interprofessionelles Gremium erstellt, welches sich zum Ziel gemacht hat, mithilfe der Care und Case Mangager*innen, eben jene Versorgungslücken zu schließen.

Sie arbeiten jetzt schon mehr als zwei Jahre an RubiN, auch die Vorbereitungen haben Sie begleitet. Warum hat sich diese Arbeit bisher gelohnt?

Nach zwei Jahren Begleitung würde ich mit den Kenntnissen jetzt sagen, dass das Vertrauen in die Absolvent*innen und die aufzubauende Basis sich jetzt schon bezahlt machen. Die Netzwerkstrukturen, welche die Care und Case Manager*innen in Zusammenarbeit mit Ihrer Leitung aufgebaut haben, bilden auf die nächsten Jahre gesehen schon jetzt ein Plus in der heutigen Versorgungslandschaft. Zudem sind die Motivation und Offenheit aller Beteiligten am Prozess entscheidend für ein erfolgreiches Gelingen eines Projektes dieser Größe. Im Mittelpunkt stand und steht die Empathie und die Zusammenarbeit mit den Patienten und den Dienstleistern in jeder Region. Dieses Ziel haben die Case und Care Manager*innen nicht nur erfüllt Sie haben es sogar geschafft, dass RubiN sich als Marke in den Regionen etablierte.